Gold für Losseni Kone
Losseni Kone gewinnt die European Open in Sofia und damit sein erstes European-Gold.
Birgit Arendt/Melek Melke

Im Trainingscamp in Mittersill hat Losseni Kone in Absprache mit Bundestrainer Marko Spittka und Bundesstützpunkt-Trainer Frank Borkowski entschieden, dass er beim European Open in Sofia an den Start gehen wird.
Ziel war es, mit einem Turnier ins Jahr zu starten, das von Ablauf, Durchführung und Atmosphäre einem Grand Prix oder Grand Slam ähnelt und er sollte es nach Möglichkeit gewinnen, um Selbstbewusstsein für die weiteren Turniere in diesem Jahr zu sammeln. „Da es ein paar Termin-Überschneidungen gab, hatte mich Losseni gefragt, ob ich ihn in Sofia betreuen könnte“, sagt Junioren-Bundestrainer Melek Melke. Durch die starken Trainingsleistungen war er dazu gerne bereit und erhielt das OK der Verantwortlichen.
„Ich habe es am liebsten, wenn meine Athleten Erfahrung sammeln beim Gewinnen“, gibt Melek Melke seine Strategie mit einem Augenzwinkern bekannt. „Deshalb stand dieser Aspekt bei mir auch an erster Stelle. Den Wettkampf gewinnen!“
Der erste Kampf gegen den Griechen Panagiotis Papanikolaou war von außen betrachtet nicht überragend, aber die Aufgabe bestand nicht darin, schnell Ippon zu werfen, sondern diesen Kampf ungefährdet zu gewinnen und ins Turnier reinzukommen. „Ich erkläre meinen Athleten immer wieder, drei Shido sind auch ein Sieg und man muss in der Lage sein, einen Kampf auch so zu gewinnen, selbst wenn man weiß, dass man den Gegner mit mehr Risikobereitschaft werfen kann.“
Ein Ziel für Trainer Melke war auch, ein Tempo zu finden, dass man acht oder zehn Minuten lang kämpfen kann. Das sieht er auch als einen Aspekt, den man üben muss und wo man sich rantasten muss. „Man liegt da im ersten Kampf oft drüber oder drunter. Und Losseni hätte in diesem ersten Kampf ohne Probleme weitere vier Minuten kämpfen können.“
Melek Melke sieht es als eine Luxus-Situation für einen Trainer, wenn man sich auf einen Athleten konzentrieren kann. „Man hat die Zeit zu verstehen, wie ein Athlet denkt und bekommt mit, wie er sich fühlt. Vor dem zweiten Kampf war ich mir deshalb sicher, hier geht nichts mehr schief, auch wenn die Kämpfe nicht einfach werden.“
Losseni Kone gewinnt dann das Poolfinale gegen den Rumänen Darius Dobre und auch das Halbfinale gegen Movli Borchashvili aus Österreich.
Melek Melkes Ansage vor dem Finale war wiederum ganz anders als vor dem ersten Kampf. "Ein Finalkampf wird ungern über Strafen entschieden. Deshalb muss man selbst, auch wenn der Gegner schon zwei Strafen hat, immer im Kopf haben, die Wertung zu erzielen.“
Gegen den Polen Grzegorz Terensinski gelang Losseni Kone dann auch nach zweieinhalb Minuten der entscheidende Ippon. Er gewinnt damit seine erste Goldmedaille bei einem European Open-Turnier.
„Es war echt eine Abenteuerreise“, sagt Losseni Kone glücklich über den Erfolg. „Der erste Kampf war etwas zäh, aber dann hab ich die Linie gefunden und alles lief wie geschmiert. Die Taktik war heute der Schlüssel und es hat alles geklappt. Ich hab mich echt gut gefühlt, stark und auch überlegen.“
„Viele der erwünschten Ziele wurden heute erreicht und als i-Tüpfelchen konnten wir noch viele Erkenntnisse gewinnen. Dinge die gut gelaufen sind und für die Zukunft beibehalten werden müssen und Dinge, die man noch verbessern kann und auf die man im Training in Zukunft noch mehr Wert legen sollte. Deshalb hatte ich auch während des gesamten Wettkampfs Kontakt zum Männer-Bundestrainer Marko Spittka“, sagt Melek Melke und freut sich sehr über den gelungenen Wettkampf.
„Es war ein toller Sieg und es ist immer wieder schön zu sehen, wie viele mit unseren Athleten mitfiebern. Aus ganz Deutschland haben wir Nachrichten bekommen. Es war ein toller Tag mit einem wirklich schönen Abschluss, den auch unsere Kampfrichter Thomas Jüttner und Marc Hampel mit starken Auftritten abgerundet haben.“