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17.12.2025

Hohe Auszeichnung für Angelika Wilhelm

Die IJF-A-Kampfrichterin a. D. Angelika Wilhelm wurde mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

Birgit Arendt

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt übergibt das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse an Angelika Wilhelm - Foto: Volker Hielscher

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt übergab in einer bewegenden und sehr würdevollen Zeremonie den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an Angelika Wilhelm. Nachdem sie bereits 2015 das Verdienstkreuz am Bande erhielt, wurde ihr nun die Ehre zuteil, eine höhere Stufe, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse zu erhalten. 

Im September erhielt sie die Einladung zu der Auszeichnungsveranstaltung. „Ich war völlig überrascht“, sagt sie. 

Zur Auszeichnung durfte sie dann Freunde und Bekannte mitbringen. Neben ihrem Lebensgefährten hat sie auch langjährige Wegbegleiter aus dem Verein eingeladen, die sie begleiteten. 

Foto: Volker Hielscher

Ministerpräsident Mario Voigt war sichtlich beeindruckt vom Lebensweg von Angelika Wilhelm. In seiner Laudatio ging er auf die vielen Stationen ihrer Arbeit im Judo ein. „Seit über 30 Jahren prägt Angelika Wilhelm den Vereins- und Judosport in Schmalkalden und weit darüber hinaus – als erfolgreiche Athletin, Funktionärin und Kampfrichterin. Als Gründungsmitglied des Thüringer Judo-Verbandes übernahm sie Verantwortung für das Kampfrichterwesen und wurde internationale Kampfrichterin. Sie wirkte bei Europa- und Weltmeisterschaften und mehreren Paralympischen Spielen der sehbehinderten Judoka als Kampfrichterin und Kampfrichter-Direktorin.“ Als er genau aufzählte, wann sie an Paralympischen Spielen Verantwortung auf der Matte übernommen hatte, hielt er kurz inne und fragte fast ungläubig in die Runde „Soll ich das besser noch einmal aufzählen?“ Nach der Wiederholung der Jahre 2004, 2008, 2012, 2016 und 2021 gab es großen Applaus aus dem Auditorium. 

„Es war eine große, schöne und sehr ergreifende Zeremonie“, sagt Angelika Wilhelm über die Veranstaltung, die sie als sehr wertschätzend empfunden hat. 

Ministerpräsident, Angelika Wilhelm und ihr Lebensgefährte Peter Kaiser - Foto: Volker Hielscher

Angelika Wilhelm erhielt viele Auszeichnungen in ihrem Leben, darunter die GutsMuths-Ehrenplakette in Gold, den Ehrenbrief des Freistaats Thüringen und nicht zuletzt den 8. Dan Anfang des Jahres. Diese Auszeichnung hier ist jedoch die Krönung für sie. „Sie ist etwas ganz Besonderes.“

Im Mai hatte sie ihr 50. Judo-Jubiläum, 35 Jahre davon auf internationalem Parkett. „Mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse ist es nun ein abgerundetes Lebenswerk. Ich habe schon mehr erreicht, als ich wollte oder mir je erträumt habe und bin schon weit darüber hinaus.“

Sie sieht sich jedoch nicht allein als Ausgezeichnete. „Den Verein zu entwickeln und zusammenzuhalten, geht alleine sowieso nicht. Da haben wir wirklich gute Leute, auf die ich auch sehr stolz bin.“ Besondere Dankesworte richtet sie auch an ihren früheren Trainer, Förderer und späteren Lebensgefährten Hans Dieter Clemen, der ihr und vielen anderen Sportlern den Weg geebnet hat, sie gefordert und gefördert hat und ihnen die Tür aufgestoßen hat. Angelika Wilhelm hat wie viele andere diese Gelegenheit genutzt und ist durch das offene Tor gegangen und hat ihren Weg mit hohem Engagement, Fleiß und Beharrlichkeit gefunden. 

Die kleinen Episoden am Rande haben den Tag für Angelika Wilhelm noch runder gemacht. Eine Journalistin vom Thüringen-Sport kam nach der Veranstaltung auf sie zu und outete sich. Vor über 20 Jahren hatte sie einst ein Interview mit ihr geführt, als es um ihre ersten Paralympischen Spiele ging. Als sie nun wieder für Thüringen-Sport berichten sollte, hat sie sofort zugesagt, als sie den Namen Angelika Wilhelm und Judo hörte. Aber auch einen alten Weggefährten, der unter anderem Leiter der Sportschule Bad Blankenburg war und ebenfalls ausgezeichnet wurde, traf Angelika Wilhelm auf der Veranstaltung.

Foto: Volker Hielscher

Nach dem Festakt gab es noch einen Empfang, auf dem sie sich unter anderem angeregt mit Ministerpräsident Voigt unterhalten hat. „Er wollte ganz viel über Judo wissen.“ Abends ging sie noch mit Freunden Essen und ließ so einen ganz besonderen Tag in ihrem Leben ausklingen. 

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