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12.09.2025

Hohe Auszeichnung für Klaus-Peter Stollberg

Der frühere WM-Dritte Klaus-Peter Stollberg war Jahrzehnte Landestrainer in Österreich und erhielt nun die Verdienstmedaille des Landes.

Birgit Arendt

Bild: Land Oberösterreich

Klaus-Peter Stollberg hat einst 1973 in Leipzig unter der Ägide von Norbert Littkopf seine Judo-Laufbahn begonnen. Als Medaillengewinner bei der Jugend- und Junioren-Europameisterschaft gewann er später WM-Bronze und zweimal EM-Bronze. Nach dem Ende seiner aktiven Leistungssport-Karriere wurde er Trainer und wechselte vor über 30 Jahren als Trainer nach Österreich. 

Dort betreute er neben vielen Athleten unter anderem auch Sabrina Filzmoser und Ludwig Paischer. Die Europameisterin und WM-Dritte Sabrina Filmoser betonte, dass er immer ihr Anker im Leben war und bei Erfolgen, aber auch Misserfolgen immer für sie da war. Auch Vize-Olympiasieger Ludwig Paischer bezeichnet ihn als Wegbereiter seiner Karriere. Er hat gern mit ihm zusammengearbeitet und war nicht immer der gleichen Meinung. Aber sein Trainer hat ihn dann doch meist überzeugt. 

Diese Worte aus Laudationen zum Ende seiner Trainerlaufbahn haben Klaus-Peter Stollberg sehr gerührt und haben ihm bewiesen, dass seine Auffassung von seinem Beruf richtig ist. Für ihn war zeitlebens nicht nur der sportliche Erfolg wichtig, auch der menschliche Umgang mit seinen Sportlern standen für ihn immer im Mittelpunkt.

Genau das würdigte nun der Landeshauptmann von Oberösterreich, Mag. Thomas Stelzer in seiner Laudatio zu Ehren von Klaus-Peter Stollberg. Der Landestrainer a.D. erhielt die Verdienstmedaille des Landes Oberösterreich, eine der höchsten staatlichen Auszeichnungen des österreichischen Bundeslandes.

Die feierliche Zeremonie fand im ehrwürdigen Steinernen Saal des Landhauses in Linz statt. Mit dieser hohen Auszeichnung würdigte das Land Oberösterreich die jahrzehntelange Arbeit von Klaus-Peter Stollberg, der den Judosport in Oberösterreich maßgeblich geprägt und zahlreiche Sportlerinnen und Sportler auf ihrem Weg begleitet hat.

Er war über drei Jahrzehnte als Landestrainer tätig und hat nicht nur viele Talente an die nationale und internationale Spitze geführt, sondern auch durch seine fachliche Kompetenz und menschliche Art nachhaltige Spuren im Sportgeschehen des Landes hinterlassen.

Dabei war es für Stolli, wie er in Freundeskreisen meist genannt wird, sehr überraschend, als er von der Auszeichnung erfahren hat. „Ich bin unglaublich stolz auf diese Auszeichnung, eine Anerkennung meines langen Berufslebens auf der Tatami.“

50 Jahre lang waren die Judomatten der Welt seine sportliche und dann berufliche Heimat. „Ich habe meine Berufung gefunden und war ein Leben lang glücklich mit meiner Berufswahl“, sagt er mit Rückblick darauf, dass er eigentlich ursprünglich eine ganz andere Berufsrichtung einschlagen wollte, die jedoch mit seiner leistungssportlichen Karriere nicht vereinbar war.

Dabei blickt er auf einen ganz besonderen Mann, der für ihn Trainer, Mentor und später Kollege war. Norbert Littkopf hatte ihn einst nach Leipzig geholt, hatte immer auf ihn geschaut, hat an ihn geglaubt und war für ihn ein Riesen-Vorbild. „Es war für mich richtig, richtig wertvoll, Nobsch als Trainer und Mentor zu haben.“

So sieht er auch immer wieder Parallelen zu ihm. „So wie ich das bei ihm erlebt habe, so habe ich selbst als Trainer gehandelt und war damit erfolgreich. Er war wie ein Ziehvater für mich und ich habe vieles von ihm übernommen.“ 

Seine Athleten haben ihm zum Renteneintritt einen sehr würdigen Abschluss gegeben. Bei seinem Abschlusstraining kamen 200 aktuelle und vor allem auch ehemalige Sportler und haben sich bei ihm bedankt.

Ein besonderes Highlight für ihn war der BMW-Cup im letzten Jahr in Leipzig. Er wollte kurz vor seinem Abschied als Trainer noch einmal zu dem Wettkampf zurückkehren, bei dem er groß geworden ist, wollte 50 Jahre später sozusagen zurück zu seinen Wurzeln. Eine Überraschung war für ihn, dass dort der Wettkampf unterbrochen wurde und seine Leistungen besonders geehrt wurden. „Es gab danach gefühlt minutenlang Standing Ovations. Das ging mir sehr unter die Haut und ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich an diesen Moment denke.“  

Obwohl Klaus-Peter Stollberg nunmehr in Rente ist, wird man ihn sicher immer mal wieder auf den Matten der Welt treffen. Aber er hat auch viele Pläne, will reisen und seine freie Zeit genießen. 

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