Homecoming-Feeling in Glinde
WM-Bronze-Gewinnerin Miriam Butkereit gibt in ihrer Heimat in der Glinder Sporthalle Wiesenfeld einen Lehrgang.
Henrik Bagdassarian/BA

Miriam Butkereit bringt es treffend auf den Punkt, als sie lächelnd sagt: "Es schien so, als wäre ich nie weggewesen." Es ist ja nicht so, dass die 31 Jahre alte Weltklasse-Judoka selten die alte Heimat besucht. Vier- bis fünfmal im Jahr kehrt sie nach Glinde zurück, besucht Familie und Freunde. Auch der Sporthalle Wiesenfeld, der alten sportlichen Wirkungsstätte, stattet die in Köln lebende Bundespolizistin hin und wieder einen Besuch ab.
Der Lehrgang, den sie dieses Mal leitete, stieß auch überregional auf großes Interesse. Kein Wunder: 2024 gewann Miriam in Paris Olympia-Silber, vor Kurzem Bronze-Edelmetall bei der WM in Budapest im Einzel- und Mannschaftswettbewerb. Deshalb hatte der Besuch diesmal auch noch einen offiziellen Teil: tags zuvor trug sie sich ins Goldene Buch der Stadt Glinde ein.

150 Teilnehmer standen mit ihr auf der Matte, geteilt in zwei Altersgruppen (U13/vormittags, Ü15/nachmittags). Miriam Butkereit zeigte Bodentechniken und Würfe aus dem Stand, die anschließend während eines Randori geübt wurden.
Es folgten jeweils eine Fragerunde und Zeit für ein paar Selfies. Wissbegierig zeigten sich vor allem die jüngsten Talente und nicht auf jede Frage hatte die Weltklasse-Athletin eine Antwort parat. "Ein Mädchen wollte wissen, wieviele Kämpfe ich bisher bestritten hätte", sagt sie lachend. "Ich antwortete ihr, dass es so viele gewesen seien, dass ich längst aufgehört habe, zu zählen."
Eine weitere Anekdote kam auf den Tisch: Beim ersten Turnier verlor die achtjährige Miriam jeden Kampf. Frustriert verließ sie die Matte, hatte die Nase vom Judosport gestrichen voll. Mutter Martina drohte trocken, ihre Tochter abzumelden. Daraufhin trainierte Miriam fleißig wie nie zuvor und wurde ein paar Wochen später beim Glinn-Cup, einem überregionalen Turnier des TSV Glinde, Dritte.
Zwei weitere ehemalige Judoka des TSV Glinde schauten auch kurz vorbei: Mascha und Seija Ballhaus, die ebenfalls zur Weltspitze zählen sowie als Überraschungsgast Swenja Krosin, die frühere Erfolgstrainerin des Dreiergespanns.




