Kata-WM: Drei Silbermedaillen für den DJB
Das DJB-Kata-Team zeigte in Paris starke Leistungen und sicherte sich drei Silbermedaillen.
Jochen Müller

Die Kata-Weltmeisterschaft 2025 fand in diesem Jahr in der Île-de-France (Paris) statt, dort, wo 2008 der erste IJF Kata World Cup ausgetragen wurde und die moderne Kata-Ära auf IJF-Ebene ihren Anfang nahm. Die diesjährige Auflage war die größte Kata-Weltmeisterschaft aller Zeiten – und das deutsche Team zählte zu den erfolgreichsten Nationen.
Das DJB-Kata-Team erkämpfte drei Silbermedaillen und zeigte, dass es Japan, Italien und Iran in den Seniorenklassen erfolgreich Paroli bieten kann.
Mit einer Rekordteilnehmerzahl von 466 Judoka aus 37 Nationen erlebte Paris ein echtes Judo-Fest. Zwei intensive Wettkampftage verlangten den Athletinnen und Athleten alles ab – das deutsche Team überzeugte auf ganzer Linie.
Am Samstag feierten die deutschen Kata-Spezialisten drei Silbermedaillen.
- Nage-no-kata: Die „Twins“ Immo und Hendrik Schmidt knüpften an ihre Bronzemedaille aus dem Vorjahr an. Sie eröffneten das Nage-no-kata-Finale mit einer technisch herausragenden Kata und führten das Feld lange an, ehe sie sich den japanischen Titelgewinnern knapp mit nur zwei Punkten Rückstand geschlagen geben mussten. Damit zeigten sie aus deutscher Sicht die beste Leistung der Kata-WM.
- Ju-no-kata: Wolfgang Dax-Romswinkel und Ulla Loosen überzeugten durch Ausdrucksstärke und Präzision. Lediglich das japanische Duo lag am Ende knapp vorn.
- Koshiki-no-kata: Auch hier zeigten Ulla Loosen und Wolfgang Dax-Romswinkel eine starke Leistung und sicherten sich ihre zweite Silbermedaille des Tages.
Auch die U21-Teams in der Nage-no-kata bewiesen ihr Potenzial und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Elisa Plattfaut und Jamie den Ridder sowie Jette Buchholz und Laurenz Degener beendeten ihre Wettkämpfe mit Finalteilnahmen und zeigten technisch ausgereifte Kata. Zwar blieb eine Medaille in diesem Jahr noch aus, doch ihre Leistungen lassen für die Zukunft hoffen.
Knapp am Finale vorbei:
Miriam Sikora und Christian Steinert sowie Charina Carolin Jeromin und Martin Etter verpassten in der Katame-no-kata nur hauchdünn den Einzug in die Medaillenrunde – mit lediglich vier bzw. drei Punkten Rückstand.
Ebenso knapp war es für Helene und Birgit Weinmann, die in der Ju-no-kata erst durch das letzte Starterpaar auf Platz vier verdrängt wurden. Elke und Ulrich Bröckel rundeten das starke deutsche Auftreten mit Platz sechs in ihrem Pool ab.
Am Sonntag gingen Sönke Schillig und Johannes Kröger in der Kime-no-kata und Itsutsu-no-kata auf die Tatami. Beide erreichten das Finale, in der Itsutsu-no-kata gewannen sie sogar ihren Vorrundenpool. Im Finale reichte es zwar knapp nicht für eine Medaille, doch die Leistungen unterstrichen ihre starke Form.
In der Kodokan Goshin Jutsu zeigten Andreas Freimuth und Eike Schmidt sowie Jenny Frey und Sebastian Bergmann technisch saubere Vorführungen, mussten sich aber der starken internationalen Konkurrenz beugen.
Mit drei Silbermedaillen, sieben Finalteilnahmen und zahlreichen Top-Platzierungen bewies das DJB-Kata-Team, dass es zurecht zur Weltspitze gehört. Die Athletinnen und Athleten schlossen damit eine außergewöhnlich erfolgreiche Wettkampfsaison ab und setzten ein starkes Zeichen für die Zukunft des Kata-Sports in Deutschland.
„Unser Team hat technisch, mental und kämpferisch überzeugt. Drei Silbermedaillen bei dieser internationalen Konkurrenz sind ein riesiger Erfolg.“ so DJB-Kata-Referent Sebastian Frey.