Platz 5 und 7 zur EM
Julie Hölterhoff verpasst knapp die Bronzemedaille und wird Fünfte. Erik Abramow wird Siebter.
Birgit Arendt

Julie Hölterhoff gewinnt in der 78-Kilo-Klasse nach einem Freilos ihren Auftaktkampf gegen Tuana Gulenay aus der Türkei mit zwei Yuko-Wertungen, muss sich jedoch im Viertelfinale Metka Lobnik aus Slowenien mit einer Haltetechnik beugen und kämpft damit in der Trostrunde weiter. Da gewinnt Julie Hölterhoff gegen die Litauerin Migle Julija Dudenaite souverän nach 46 Sekunden mit je zwei Waza-ari für Haltetechniken und steht im Kampf um Bronze. Kaila Issoufi aus Frankreich geht jedoch recht schnell mit zwei Yuko in Führung, Julie Hölterhoff holt noch eine Yuko-Wertung auf, schaffte aber nicht bis zum Ende, die entscheidende Siegwertung zu erkämpfen und wird damit Fünfte der EM.
In der gleichen Gewichtsklasse gewinnt Mathilda Niemeyer den ersten Kampf gegen die Belgierin Vicky Verschaere nach einem Yuko-Rückstand mit Yuko und Ippon für eine Haltetechnik, verliert dann jedoch gegen die frühere Weltmeisterin und Olympia-Zweite Inbar Lanir aus Israel nach reichlich einer Minute mit Waza-ari und Ippon. Damit scheidet sie aus.

Lilli Louise Wojta trifft im Schwergewicht in ihrem Auftaktkampf auf Romane Dicko aus Frankreich. Gegen die frühere Weltmeisterin und zweifache Olympiadritte verliert unsere Athletin bereits nach eineinhalb Minuten und scheidet aus.
Bei den Männern punktete am letzten Wettkampftag Erik Abramov mit Platz 7. Er gewinnt gegen Matheo Akiana Mongo aus Frankreich nach 28 Sekunden und auch gegen den Aserbaidschaner Kanan Nasibov braucht er nur reichlich eine Minute bis zum Sieg. Gegen den Russen Valerii Endovitskii führt er zunächst mit zwei Yuko, wird aber nach reichlich zwei Minuten überrascht und verliert mit Ippon. Damit geht es für ihn in der Trostrunde weiter. Gegen Ibrahim Tataroglu aus der Türkei führt er auch zunächst mit Yuko, verliert jedoch dann mit Waza-ari und in der letzten Minute nochmals mit Waza-ari und wird somit Siebter der EM.

Losseni Kone hat das Lospech, gleich gegen den dreifachen Europameister, zweifachen Weltmeister und Olympiasieger Lukas Krpalek aus Tschechien antreten zu müssen. Die Beiden gehen ohne Wertung in die Verlängerung. Krpalek überrascht nach weiteren 44 Sekunden mit Sumi-gaeshi und damit scheidet Losseni Kone aus.
Insgesamt haben die 16 deutschen Teilnehmer nur zehn Siege errungen. Zehn Athleten verlieren ihren Auftaktkampf.
Die Enttäuschung im Team ist groß. „Wir sind traurig und enttäuscht, dass unser Team nicht das abgerufen hat, was möglich war und die Athletinnen können. Selbst beim 5. Platz von Julie Hölterhoff war mehr drin“, sagt Frauen-Bundestrainer Claudiu Pusa. Sicher war Deutschland bei dieser EM das einzige Team, das nicht mit dem Top-Team angereist war. Die Verantwortlichen werden in den nächsten Wochen die EM unter trainingswissenschaftlicher Betreuung detailliert auswerten und Verbesserungsvorschläge für die nächsten Maßnahmen erarbeiten. „Mit dem Perspektivteam liegt noch ein langer Weg vor uns, aber in spätestens zwei Jahren wird das anders aussehen“, ist Claudiu Pusa überzeugt.
Auch Vorstand Leistungssport Michael Bazynski ist nicht zufrieden mit den Ergebnissen der EM. “Wir haben mehr erwartet und erwünscht.” Er betont noch einmal die Entscheidung für das Perspektivteam. Die Qualifikation für Olympia 2028 startet im Juni, die WM steht bevor und weitere schwere Wettkämpfe. Die EM war nun außerhalb aller Qualifikationen. “Wir wollten den jüngeren Athleten die Chance geben, sich zu entwicklen und zu etablieren und das Top-Team noch etwas schonen.” Besonders hebt er die Leistungen der Männer hervor. “Wir sind hier in breiter Front etwas nach vorne gerückt und es ist mehr Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Es gab durchaus ansprechende Leistungen.” Im Frauenbereich sieht er, dass der Weg des Perspektivteams noch weit ist bis zur Weltspitze.
Wettkampfergebnisse: