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30.01.2026

„Push für Demokratie“ mit Paola Onofaro

Im Rahmen des „Bundesprogramms gegen Extremismus und Menschenfeindlichkeit im Sport“ sprechen wir mit Menschen, die sich im Sport für Demokratie, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander engagieren. Heute: Paola Onofaro.

Sport ist mehr als Bewegung und Wettkampf – er ist ein Ort der Begegnung, der Verantwortung und der Haltung. In dieser Interviewreihe kommen Menschen zu Wort, die sich in Vereinen, Verbänden und Projekten für Demokratiebildung, Vielfalt und ein klares Nein zu Menschenfeindlichkeit engagieren. 

Die Interviewserie "Push für Demokratie" - gefördert durch das Bundesprogramm gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit im Sport – heute mit einem Interview unserer Jugendsprecherin Paola Onofaro.

Du setzt dich aktiv im DJB-Juniorteam für junge Judoka und Projekte ein. Was  motiviert dich besonders dazu, demokratische Teilhabe und Mitbestimmung von Jugendlichen im Sport zu fördern?

Für mich ist das nur logisch. Es gibt für mich eher keinen Grund, weshalb Jugendliche nicht mitbestimmen sollten, schließlich geht es ja um sie. Kinder und Jugendliche machen in den meisten Sportverbänden einen sehr großen, wenn nicht sogar den größten Anteil aus. Insbesondere im DJB Juniorteam gestalten wir Projekte für die Jugend. Wer soll dabei schon besser wissen, was die Jugend möchte, wenn nicht die Jugend selbst? 

Welche Erfahrungen hast du gemacht, wenn junge Menschen in Entscheidungsprozesse eingebunden werden – und was können Erwachsene daraus lernen?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Austausch bei solchen Entscheidungsprozessen vielfältiger wird, da mehr Perspektiven beleuchtet werden. Der Sport befindet sich im Wandel – und mit ihm auch die Menschen, die ihn ausüben und von den Entscheidungen betroffen sind. Die Erfahrung von denjenigen, die diesen Sport schon seit Jahren oder Jahrzehnten gestalten, ist in diesem Austausch unverzichtbar. Genauso aber auch die Perspektive von jungen Menschen, welche schließlich den Nachwuchs des Sports ausmachen. Für einen gelungenen Austausch ist es somit wichtig, dass sowohl die Jüngeren – als auch die Älteren offen füreinander sind, sich gegenseitig zuhören und respektieren. 

Inwiefern trägt interkultureller Austausch, z. B. bei internationalen Camps oder Jugendprojekten, dazu bei, demokratische Werte stärker zu verankern?

Wenn Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Kulturen und Lebensrealitäten  zusammenkommen und in den Austausch gehen, dann lernen sie ganz praktisch,  dass es ok ist, unterschiedliche Ansichten zu haben. Das fördert Offenheit, Toleranz und Respekt – grundlegende demokratische Werte. Interkulturelle Jugendprojekte sind eine Bereicherung, da Werte nicht nur theoretisch, sondern durch gemeinsames Handeln erlebbar werden, wodurch diese Werte besser verankert werden können. 

Wie kann Judo als Sport junge Menschen befähigen, ihre Stimme zu nutzen – auch über den Sport hinaus?

Ich denke, dass die Judowerte die Grundlage dafür bieten, dass junge Menschen ihre Stimme auch über den Sport hinaus nutzen. Ein erfolgreiches Training lebt von gemeinsamem Austausch. Hilfsbereitschaft kann heißen, dass ich mich mit meiner Trainingspartner oder meiner Trainingspartnerin über eine Technik austausche. Mut kann mir helfen, zu äußern, wenn mich etwas stört und der Judowert Respekt schafft eine Atmosphäre, in welcher ich mich trauen kann, meine Perspektive einzubringen. Zu sehen, dass die eigene Stimme wichtig ist und auch Gehör bekommt, kann helfen, seine Stimme auch in weiteren Lebensbereichen zu nutzen und für sich und seine Werte einzustehen. 

Freundschaft ist ein zentraler Wert im Judo. Welche Bedeutung hat dieser Wert für dich im Team und in der Zusammenarbeit mit jungen Menschen aus ganz Deutschland?

Es heißt ja, dass Freundschaft von ganz allein entsteht, wenn man sein Handeln nach den Judowerten ausrichtet. Genau diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Respekt, Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft sind nur einige der Werte, die für mich gleichzeitig die Grundpfeiler einer guten Freundschaft darstellen. Durch mein Engagement habe ich eine Vielzahl an Menschen kennengelernt. Manche davon gehören heute zu meinen engsten Freunden. Andere nicht. Für mich ist aber klar, dass man nicht nur seine Freunde nach den oben genannten Werten behandeln sollte, sondern grundlegend alle Menschen.

Vielen Dank für die ehrlichen Antworten.

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