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10.08.2026

Sensationelle Ergebnisse der U21

Beim European Cup in Skopje gewinnen die deutschen Athleten in sechs Gewichtsklassen Gold, dazu zwei Silber- und drei Bronzemedaillen.

Birgit Arendt

Das deutsche U21-Team bescherte beim Junior European Cup in Skopje den Judofans in Deutschland eine Medaillenflut. Insgesamt elf Medaillen, dazu drei fünfte und zwei siebte Plätze – die Athleten gingen selbstbewusst und erfolgreich in den Endspurt für die Europameisterschaften in einem Monat. 

Bereits am ersten Wettkampftag gewinnen die deutschen Athleten vier Goldmedaillen und zwei Silbermedaillen.

Sveyarike Konrad und Mia Manukyan gewinnen bei den Frauen U21 Gold, dazu Zyna Schreiber und Peppa Plöhnert Silber. Bei den jungen Männern U21 gewinnen Demetre Makalatiya und Raphael Akoto Gold. 

Sveyarike Konrad steht nach einem Freilos und zwei Siegen im Halbfinale der 63-Kilo-Klasse. Dort gewinnt sie gegen die Türkin Kilickaya im Eiltempo. Nach elf Sekunden Yuko und 31 Sekunden bereits Ippon und sie steht im Finale. Gegen die Italienerin Frosoni erwartete sie ein schwieriger Kampf. „Ich hatte schon mal gegen sie gekämpft und wusste, was auf mich zukommt“, sagt sie nach dem Wettkampf. „Ich bin jedoch ruhig geblieben und habe versucht, meinen Kampf dominant runterzukämpfen.“ Das gelang ihr sehr gut, jedoch ging der Kampf in die Verlängerung. Innerhalb der nächsten halben Minute aber dann Ippon und damit Gold für Sveyarike Konrad. Für die bevorstehende EM hat sie sich viel vorgenommen. „Ich möchte gern auf dem Podest stehen und es ist natürlich Gold das Ziel.“

Siegerehrung für Sveyarike Konrad - Foto: Kristijan Arsowski

Auch Mia Manukyan steht am Ende ganz oben auf dem Treppchen der 78-Kilo-Klasse. Sie gewinnt ihr erstes EC-Gold. 

Nach einem Freilos gewinnt sie gegen die Norwegerin Johannessen nach Yuko-Rückstand in den letzten Sekunden mit Ippon und steht bereits im Halbfinale. Gegen Johanna Klinger aus Bosnien und Herzegowina macht sie kurzen Prozess und nach reichlich einer Minute steht sie im Finale.

Dort wartet ihre Teammate Zyna Schreiber. Sie hat auch ihren Viertelfinale nach einem Yuko-Rückstand mit Ippon gewonnen. Alles ging blitzschnell. Elf Sekunden Yuko für die Türkin Kocabey, nach 22 Sekunden dann der Ippon. Im Halbfinale gewint sie gegen die Italienerin Caponetto mit einer Haltetechnik.

Im Finale ist es sehr ausgeglichen zweíschen unseren beiden Athletinnen. In der letzten halben Minute gelingt jedoch Mia Manukyan eine Yuko-Wertung, die sie dann noch sehr erfolgreich verteidigt und damit gewinnt.  „Ich war etwas aufgeregt, dass ich im Finale gegen Zyna kämpfen musste, aber es war am Ende toll heute, ein super Gefühl! Zur EM will ich dann genauso Kampf für Kampf gewinnen und möglichst um eine Medaille kämpfen“, sagt Mia Manukyan glücklich über den Gewinn der Goldmedaille. Zyna Schreiber ist hingegen total unzufrieden. „Ich hab mir das Finale anders gewünscht“, sagt sie als enttäuschte Zweite. „Aber vielleicht klappts ja dann endlich zur EM.“

Siegerehrung für Mia Manukyan und Zyna Schreiber - Foto: Kristijan Arsowski

Peppa Plöhnert hatte im Schwergewicht zwei Poolkämpfe, die sie beide gewinnt. Im Finale gegen die Rumänin Roxana Visa führt sie schnell mit Yuko, den sie jedoch nicht verteidigen kann. Die Rumänin erkämpft selbst ebenfalls eine Yuko-Wertung und in der letzten Sekunde punktet sie noch einmal. Damit wird Peppa Plöhnert Zweite. „Die ersten beiden Kämpfe waren gut, aber im Finale wollte ich zu viel. Dennoch war es eine gute Vorbereitung für die EM.“

Hannah Müller ergänzt das gute Abschneiden der Frauen U21 als Fünfte in der 70-Kilo-Klasse.

Medaillengewinner vom ersten Tag - Foto: Udo Quellmalz

Bei den Männern U21 siegt in der Klasse bis 66 kg Demetre Makalatiya und gewinnt seine erste EC-Goldmedaille. Dafür hat er einen Kampf-Marathon zu absolvieren. Bis zur ersehnten Goldmedaille muss er sechs Kämpfe gewinnen. Das gelingt ihm in überzeugender Manier. Kroatien, Kanada, Belgien, Weißrussland und Serbien – am Ende im Finale ein weiterer Weißrusse, den er mit Yuko besiegt. „Es war gut heute, alles lief nach System und Plan. Ich hab alles gemacht, wie ichs mir vorgenommen hatte und ich hab mir endlich mal die Bestätigung geholt, dass es gut laufen kann.“ Er ist begeistert über die gute Vorbereitung in Georgien und München. „Wir sind gut in Form und haben hier unser Bestes gegeben.“ Besonders lobt er seinen Trainer Frank Urban. „Er ist der Beste. Er war immer an meiner Seite und hat mich durch dick und dünn unterstützt.“

Siegerehrung für Demetre Makalatiya - Foto: Kristijan Arsowski

Die vierte Goldmedaille am ersten Tag gewinnt Raphael Akoto in der Klasse bis 73 kg. Auch er muss sechs Mal gewinnen für seine Medaille. Davon gewinnt er vier Mal mit Ippon und zwei Kämpfe mit Waza-ari-Wertung. Lediglich im Finale gegen den Weißrussen Hladkikh muss er in die Verlängerung und erzielt nach weiteren 53 Sekunden Waza-ari. Es ist seine erste EC-Goldmedaille im Endjahr der U21. „Alles auf der Matte war super und lief wie am Schnürchen, aber neben der Matte hatte ich ziemlich viel Druck, weil ich noch um die EM-Nominierung kämpfen musste“, sagt er nach dem Wettkampf. Bundestrainer Melek Melke bestätigt ihm, dass heute „ein wurfiger Tag“ war. „Ich hab gleich im ersten Kampf etwas Neues ausprobiert und hab ihn hingescheppert. Das war der Anfang und dann hab ich mir vorgenommen, dass ich heute jeden so hinscheppern werde.“  Am Ende ist sein Plan aufgegangen.

In der gleichen Gewichtsklasse wird Alihan Nagimulin Fünfter, nachdem er das Halbfinale verloren hat und ins Kleine Finale musste. 

Siegerehrung für Raphael Akoto - Foto: Kristijan Arsowski

Auch am zweiten Tag begeisterten unsere Athleten mit weiteren Medaillen. Klara Erten gewinnt in der Klasse bis 52 kg die Goldmedaille. Sie gewinnt alle vier Kämpfe mit Ippon. Nur im Halbfinale muss sie zunächst zittern, als die Serbin Savic gleich zwei Yuko-Wertungen vorlegt. Es war ein sehr gutes Comeback für sie. „Nach Gold in Lignano im Frühjahr hatte ich mich verletzt. Das war ein großes Tief für mich. Ich habe jedoch nicht aufgehört, an mich zu glauben, hab fleißig trainiert und konnte mich jetzt belohnen. Es fühlt sich jetzt toll an.“ Nun wird sie sich in den kommenden Trainingscamps weiter konsequent vorbereiten. „Ich werde auch im Kopf mitnehmen, wie es grad ist mit der Goldmedaille um den Hals. Und heute wollen wir noch mit einem Burger etwas feiern“, verrät sie verschmitzt.

In der gleichen Gewichtsklasse wird Nina Güth Dritte. Nachdem sie das Viertelfinale gegen die spätere Zweite Gacic aus Serbien nach siebeneinhalb Minuten Kampfzeit mit Yuko verloren hat, kämpft sie sich durch die Trostrunde und besiegt im Kleinen Finale die Serbin Savic nach weniger als zwei Minuten mit einer Haltetechnik. „Es ist gut, dass ich mir vor der EM noch beweisen konnte, auch den Bronzekampf gewinnen zu können. Ich habe an mich geglaubt“, sagt sie nach der Siegerehrung. Sie hatte doch sehr viele fünfte Plätze in den letzten Monaten. „Trotzdem ärgere ich mich wegen dem Poolfinale. Ich habe geführt und dann doch noch verloren. Ich habe gemerkt, dass ich besser werde, aber noch nicht ganz da bin, wo ich hinwill. Ich muss noch schneller und konsequenter werden.“

Charlotte Nettesheim wird in der gleichen Gewichtsklasse Siebte.

Siegerehrung für Klara Erten und Nina Güth - Foto: Kristijan Arsovski

Bei den Männern geht in der Klasse bis 90 kg die Goldmedaille an Konstantin Distel. Er gewinnt nach Freilos zwei Kämpfe und steht dann im Halbfinale seinem Teamkameraden Georgy Yakhnin gegenüber. Die Beiden gehen mit jeweils einer Yuko-Wertung in die Verlängerung, in der Konstantin Distel nach einer weiteren halben Minute die entscheidende Yuko-Wertung macht. Er gewinnt auch das Finale und damit Gold. Nach einer Silbermedaille im Frühjahr ist es nun in diesem Jahr sein erstes EC-Gold. Als jüngster Jahrgang der U21 ist das bereits eine beeindruckende Bilanz. „Ich hab mich heute gut gefühlt. Mein härtester Kampf war gegen Georgy.“ Zur EM will er an seine Erfolge nun anknüpfen. „Ich will zeigen, was ich kann und will Spaß haben.“

Georgy Yakhnin gewinnt erneut Bronze. „Ich war selbstbewusst und hab an mich geglaubt“, sagt er nach dem Wettkampf. Für die EM hat er große Ziele. „Wenn man sich dafür nicht Gold vornimmt, dann ist es falsch, dorthin zu kommen.“

Siegerehrung gür Konstantin Distel und Georgy Yakhnin - Foto: Kristijan Arsovski

Auch Kirill Gau gewinnt Bronze. Es ist seine zweite EC-Medaille in seiner Gewichtsklasse bis 81 kg. Außer im Halbfinale gewinnt er alles mit Ippon.  Im entscheidenden Kampf für den Einzug ins Finale musste er sich mit einer Yuko-Wertung geschlagen geben, die er nicht mehr aufzuholen vermochte. Gerade mit diesem Kampf hadert er auch. Er hätte gern noch den Spieß umgedreht und gewonnen. „Ich hab mich ganz gut gefühlt, aber habe mir dennoch mehr von diesem Tag erhofft.“

Bei den jungen Männern wird in der Klasse bis 100 kg Samuel Bischoff Fünfter. „Es hat heute die Konstanz gefehlt. Ich bin aber dennoch stolz, dass ich weiterkam als bisher. Auch er ist Jahrgangsjüngster. Zur EM will er versuchen, einen Schritt weiterzugehen. „Ich würde da gern um die Medaillen kämpfen und möglichst auch gewinnen“, verrät er seine besonderen Hoffnungen für einen der Saisonhöhepunkte.

Das Team vom 2. Tag

Auch die Trainer sind sehr glücklich über diese Erfolge. Dabei arbeiten die beiden Bundestrainer Udo Quellmalz und Melek Melke sehr eng mit den Landes- und Bundestützpunkttrainern zusammen. In Skopje war Donat Müller, Frank Urban und Luciano Correa dabei. Frank Urban sieht dieses Turnier als gute Vorbereitung für die EM an. „Die Jungs und Mädels haben ihre Leistungen abrufen können und haben gute Kämpfe gezeigt.“ Nun wird es in den nächsten Wochen noch Feinschliff geben. „Ich denke, wir können mit einem guten Gefühl zur EM fahren.“

Bundestrainer Udo Quellmalz ist ebenso begeistert von dem Auftreten seiner Schützlinge. „Das war wirklich gut hier. Gewinnen macht eben auch mehr Spaß als Verlieren.“ Neben den Jungs und Mädels, die sich als ein tolles Team präsentieren, ist auch das Trainerteam ein sehr starkes Team geworden. „Wir unterstützen und vertrauen uns gegenseitig. Darauf können wir aufbauen und ich hoffe, dass wir mit dieser positiven Energie zur EM fahren und dort auch gute Ergebnisse erzielen.“

Er gibt ein großes Dankeschön an alle Trainer, die Erfolge wie diese vom Wochenende vorbereiten.

Perfekt unterstützt wurde das Team auch von den Kampfrichtern, die vor Ort waren. Carolin Opitz, Klaus Pfaffl und Alexander Berger standen als Referees auf der Matte.

Mit diesen Ergebnissen steht Deutschland im Nationenranking mit Abstand an erster Stelle.

Wettkampfergebnisse

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