Sommerschule 2025 – Tag 2
Die Temperaturen in Lindow steigen und der Schweiß in der Sommerschule fließt.
Jens Keidel/BA

Am Dienstag hatten alle die besondere Gelegenheit, mit dem internationalen Spitzenjudoka Eduard Trippel zu trainieren. Der Olympia-Zweite von Tokio 2021 sowie Dritter bei den Weltmeisterschaften zeigte sich in drei intensiven und lehrreichen Trainingseinheiten von seiner besten Seite und präsentierte eindrucksvoll seine aktuellen Wettkampftechniken im Stand, Übergang Stand-Boden sowie im Bodenkampf.
Aufwärmen und Athletik
Alle Einheiten begannen mit einem sehr athletischen Warm-up, das nicht nur konditionell fordernd, sondern auch technisch gut abgestimmt war. Trippel legte dabei besonderen Wert auf Mobilität, Stabilität und Reaktionsschnelligkeit – Eigenschaften, die er selbst in seinen Kämpfen erfolgreich einsetzt.

Bodentechniken – Juji-Gatame im Fokus
Im Boden zeigte Trippel einen komplex aufgebauten Juji-Gatame (Armhebel), den er variantenreich aus unterschiedlichen Lagen und Situationen demonstrierte. Besonders beeindruckend war sein Gefühl für die richtige Distanz und Kontrolle, mit der er Übergänge aus dem Stand konsequent in die Bodenlage weiterführte. Auch die Details zu Griffpositionen, Hebelansatz und Timing waren für alle Teilnehmer äußerst lehrreich.

Standtechniken – Abtauchtechniken mit Dynamik
Im Stand lag der Fokus vor allem auf Abtauchtechniken. Trippel demonstrierte diese mit hoher Dynamik und Präzision, darunter verschiedene Varianten des Seoi-nage sowie Übergänge in Würfe aus tiefer Abtauchposition. Dabei betonte er die Bedeutung von Timing und Hüfteinsatz, um den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Übergänge Stand-Boden
Besonders spannend waren die Übergänge vom Stand in den Boden, in denen Trippel seine große internationale Erfahrung deutlich machte. Er zeigte, wie er gezielt nach einem Wurfansatz direkt in die Kontrolle oder den Aufgabegriff übergeht – ein Bereich, der im modernen Wettkampf-Judo zunehmend entscheidend ist.

Fazit
Eduard Trippel begeisterte nicht nur durch sein technisches Können, sondern auch durch seine offene und motivierende Art. Er nahm sich Zeit für individuelle Korrekturen, beantwortete Fragen ausführlich und vermittelte ein tiefes Verständnis für moderne Judotechnik. Für alle Teilnehmer war es ein inspirierendes und lehrreiches Erlebnis, das nachhaltig wirken wird.