Weltklasse mit Charme und Technik
Am dritten Tag der Sommerschule gab es wieder einen besonderen Gast: Weltmeisterin Anna-Maria Wagner
Jens Keidel/BA

Am dritten Tag gab sich Anna-Maria Wagner, Fahnenträgerin bei Olympia 2024, zweifache Weltmeisterin und Olympiadritte, die Ehre und präsentierte sich als echte Botschafterin des Judosports. In einer sympathischen und charmanten Art gewährte sie exklusive Einblicke in ihr Technikrepertoire – ganz nah an der Praxis und mit viel Herzblut.
Trotz eigener Aussage, dass Bodentechniken nicht zu ihren größten Stärken zählen, demonstrierte sie eindrucksvoll ihren Laufwürger. Dabei betonte sie stets, dass das A und O das korrekte Setzen der Schlinge sei – eine Technik, bei der Präzision über Kraft siegt.
Der Schwerpunkt ihres Trainings lag jedoch im Standbereich. Aus der Ai-yotsu-Position zeigte sie ihre Spezialtechnik, eine „Sieg-durch-Nachgeben“-Strategie: Beide Partner erzeugen Druck zur eigenen Seite, sie gibt nach und kontert mit einem O-Goshi zur Gegenseite. Darauf aufbauend demonstrierte sie eine effektive Ko-soto-gake-Variante mit starker Fuß- und Kniekontrolle. Sollte der Partner dennoch aussteigen können, folgt nahtlos die Kombination mit Sasae-tsuri-komi-ashi. Versagt auch diese, wird ein O-soto-gari nachgesetzt. Als “Plan D” rundet ein Uchi-mata die Sequenz ab.

Zum Abschluss ihres Standprogramms zeigte sie noch einen O-uchi-gari, unterstützt durch eine außergewöhnliche Grifftechnik direkt in den Judogürtel – eine kleine, aber wirkungsvolle Raffinesse.
Anna-Maria Wagner überzeugte nicht nur mit ihrem technischen Können, sondern auch mit ihrer nahbaren, humorvollen und bodenständigen Art. Ein Erlebnis, das bei allen Teilnehmern nachhaltig Eindruck hinterließ.

Nicht nur Top-Leistungssportler, sondern auch Kata-Experten geben täglich ihr Wissen an die Teilnehmer weiter. Allen voran begleiten Sebastian Frey und Stefan Bernreuther, die beide federführend in der DJB-Katakommision sind, die Judoka die ganze Woche beim Erlernen der verschiedenen Kataformen. Kompetent und immer mit dem Blick auf den einzelnen Judoka erzeugten sie bei jedem Teilnehmer ein tieferes Verständnis und halfen ihnen bei der Umsetzung.
Einen ganzen neuen und anderen Weg konnten die Teilnehmer mit Ralf Lippmann einschlagen. Völlig neu gedacht, stellte er seine Idee einer aus Wettkampfsituationen abgeleiteten „Nage-no-kata“ vor. Gespickt mit methodischen Hilfen und viel Humor verbindet Ralf Lippmann mit dieser Kata das moderne Judoverständnis mit den 15 Techniken der Nage-no-kata.

Und nun die Lösung zur Frage des ersten Tages, wie viele Doktortitel alle Referenten gemeinsam haben.
Es sind sieben Doktortitel: Prof. Dr. Dr. Dr. Mario Staller, Dr. Marco Sielaff, Dr. Stefan Bernreuther, Dr. Melanie Dietrich, Dr. Jochen Haucke
Und nun die Frage für den Tag 3: An wie vielen der bisher 50 DJB-Sommerschulen hat Ralf Lippmann teilgenommen und sie organisiert?