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14.08.2026

Zwei Medaillen bei der Para-EM in Heidelberg

Alle vier Starter des ersten Tages platzieren sich. Isabell Thal gewinnt Silber, Vanessa Wagner Bronze.

DBS/Birgit Arendt

Isabell Thal im Finale der EM - Foto: Dominik Tuerk / DBS

Es war ein Start nach Maß für die deutsche Para Judo-Nationalmannschaft bei den Europameisterschaften in Heidelberg: Am ersten Tag der Titelkämpfe hat Isabell Thal (J2 -60 kg) die Silbermedaille gewonnen, Vanessa Wagner (J1 -52 kg) sicherte sich überraschend Bronze. Béla Bel Heinze wird Fünfter und Samuel van Melle Siebter. Für das Team von Bundestrainerin Carmen Bruckmann war es somit ein erfolgreicher Start in die Heim-EM. 

Isabell Thal (Budoka Höntrop e.V. / Essen) ist als Nr. 2 der Welt ins Rennen um die Euromapeisterschaft gegangen. Im Finale hatte sie sich dann erhofft, gegen die starke Russin punkten zu können. “Aber wir sind noch nicht ganz dran”, schätzt Bundestrainerin Carmen Bruckmann ein. “Wir arbeiten aber dran und kriegen das noch hin.” 
Nach den anfänglichen Tränen fand Isabell Thal recht schnell wieder zu ihrem Lächeln zurück. „Über den Finalkampf bin ich enttäuscht, über das Ergebnis bin ich glücklich“, sagte sie unmittelbar nach dem Gewinn ihrer EM-Silbermedaille. „Daria Stakanova ist Weltmeisterin, und ich habe beim letzten Mal viel besser gegen sie gekämpft. Deswegen kommen gerade die Emotionen ein bisschen bei mir durch. Beim Judo kann es einfach so schnell vorbei sein.“ In den ersten Sekunden des Kampfes hatte Stakanova sofort eine Waza-ari-Wertung erreicht und im Boden nachgelegt. Mit einer Haltetechnik hat sie Isabell Thal im Finale nach bereits 21 Sekunden mit Ippon besiegt. Dennoch belohnte sich die gebürtige Essenerin mit der zweiten internationalen Medaille ihrer Karriere – nach Bronze bei der EM 2025 ist Silber nun der größte Erfolg ihrer Laufbahn. 

Als zweite deutsche Teilnehmerin ging Vanessa Wagner (1. Mannheimer JC / Görlitz) an den Start, die vor der EM lange verletzt war, aber gerade rechtzeitig für die Wettbewerbe fit wurde. Die 24-Jährige setzte in der Finalrunde das erste deutsche Ausrufezeichen. Über die Trostrunde hatte sie sich bis ins „kleine Finale“ vorgearbeitet und kämpfte dort groß auf. Nach nur elf Sekunden hatte sie ihre Gegnerin besiegt. Auch für sie war es nach EM-Bronze 2022 ebenfalls die zweite internationale Medaille. „Ich bin wahnsinnig glücklich, weil ich mit allem gerechnet habe, aber nicht damit, hier in Heidelberg eine Medaille zu gewinnen. Ich könnte weinen vor Glück“, entgegnete eine überglückliche Vanessa Wagner. „Ich habe heute gar nicht groß über das Ergebnis nachgedacht, sondern einfach nur gekämpft. Ich habe das gemacht, was mir Spaß macht. Und plötzlich passieren Dinge, mit denen man gar nicht rechnet.“ Carmen Bruckmann gibt ihr ein großes Lob und freut sich sehr, dass sie so hervorragend gekämpft hat.

Bei den Herren lag der Fokus in Abwesenheit von Lennart Sass am Freitag auf Béla Bel Heinze und Samuel van Melle. Beide Athleten gingen gemeinsam in einer Klasse (J2 -81 kg) an den Start. 

Béla Bel Heinze (1. Mannheimer JC / Braunschweig) hatte als Junioren-Vize-Europameister noch nie einen Kampf bei den Männern gewonnen. Heute hat er jedoch zwei starke Gegner besiegt. Letztendlich kämpfte er sich über die Trostrunde bis in den Kampf um Bronze vor. Obwohl er mit Waza-ari geführt hat, konnte er diesen Vorsprung nicht halten. und verlor durch eine Würgetechnik. “Er war natürlich enttäuscht, aber der 5. Platz ist ein riesengroßer Schritt für ihn in die Zukunft. Er hat heute technisch sehr sauber gearbeitet und ich hab ein richtig gutes Gefühl bei ihm”, sagt Carmen Bruckmann. 

Samuel Van Melle (TSV München-Großhadern / Oberschleißheim) ist gerade erst 19 Jahre alt geworden und ist gerade erst an den Stützpunkt nach Heidelberg gezogen und studiert nun in Heidelberg. Er belegte den siebten Rang. „Ich bin mit meinem Wettkampf zufrieden und habe meine eigenen Erwartungen erfüllt. Für mich war es etwas ganz Besonderes, vor heimischer Kulisse zu kämpfen“, sagte er. „Die Unterstützung der Zuschauer war genial.“ Carmen Bruckmann ist auch mit seiner Leistung zufrieden. “Er hat ein großes Kämpfeherz bewiesen und ist eine große Investition in die Zukunft.”

Insgesamt blickt Carmen Bruckmann auf einen sehr erfolgreichen Wettkampftag: „Ich freue mich sehr über die beiden Medaillen. Dazu sehen wir gerade bei jungen Athleten wie Bela, der knapp eine Medaille verpasst hat, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht. Darüber hinaus ist es wirklich schön, hier zu Hause in Heidelberg zu kämpfen.“ 

Am Samstag soll bestenfalls die erhoffte dritte Medaille folgen. Daniel Goral (J2 -95 kg, SSG Blista Marburg / SF BG-Marburg) geht als letzter deutscher Starter auf die Matte. Die Wettkämpfe im Heidelberger SNP Dome beginnen um 10:00 Uhr, der Eintritt ist frei. 

Zeitplan:
Samstag, 15. August:
Ab 10 Uhr: Daniel Goral (J2, -95 kg)  
Ab 15 Uhr: Finalrunde

Die Wettkämpfe können im Livestream auf Sporteurope.TV verfolgt werden. 

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