Zweites Gold in Lima
Mathilda Niemeyer gewinnt beim Grand Prix in Lima sensationell Gold
Birgit Arendt

Es ist die erste Medaille der erst 20-Jährigen Mathilda Niemeyer (1. Hattinger JJJC – NW), und dann gleich Gold. Aber nicht nur das Edelmetall ist entscheidend, auch die Art und Weise, wie und vor allem wen sie alles besiegt hat.
Zum einen im Poolfinale ihre Final-Gegnerin der WM U21 im Jahr 2024 ebenda in Lima, Brenda Olaya aus Kolumbien, gegen die sie damals noch verloren hat und diesmal eine Yuko-Wertung nach zwei Minuten erfolgreich verteidigt hat. Zum anderen Madeleine Malonga, die frühere Weltmeisterin, Vize-Olympiasiegerin von Tokio, zweifache Europameisterin und mit vielen weiteren Meriten ausgezeichnete Französin, die sie im Halbfinale mit einer Haltetechnik nach reichlich zwei Minuten bezwingt.
Im Finale dann Fanny Estelle Posvite, eine der Grand Dame aus Frankreich. Einstige WM-Dritte, mit 26 Medaillen auf der IJF-Tour dekoriert, dreifache EM-Dritte und viele Medaillen zur Universiade, Team- und Club-Meisterschaften, World-Cups und mehr. „Sie hat sich getraut, von Posvite zu übernehmen und erzielt damit eine Waza-ari-Wertung“, freut sich Frauen-Bundestrainer Claudiu Pusa. Eine Haltetechnik gleich anschließend bringt ihr noch eine Yuko-Wertung. Beides verteidigt sie clever bis zum Ende und holt sich verdient Gold. Dass sie einen sehr guten Einstand in den Wettkampf hatte und ihre ersten beiden Kämpfe gegen Figuera aus Peru mit Yuko und Gorguet-Verandes aus Rumänien mit einer Haltetechnik gewonnen hat, darf man nach diesen großen Namen ebenso nicht vergessen.
„Mit 20 Jahren Gold, das ist der Hammer“, ist Claudiu Pusa völlig begeistert. „Sie ist von Kampf zu Kampf immer stärker geworden. Dabei war sie nach Brasilien etwas krank und musste sich in den letzten Tagen noch erholen.“

Julie Hölterhoff (Homburger TG – HE) stieg nach einem Freilos ebenfalls stark in den Wettkampf ein und gewinnt gegen Sara Fernandez Campillo aus Spanien mit Waza-ari und einer Yuko-Wertung. Im Poolfinale kam sie jedoch gegen Posvite nicht zum Zuge. Diese legt mit zwei Yuko und Waza-ari vor und schließt elf Sekunden vor Kampfende mit einer Haltetechnik ab. Damit geht Julie Hölterhoff in die Trostrunde. Gegen die frühere Leipzigerin Marie Branser, die heute für Guinea startet und am Ende Bronze gewinnt, verliert sie mit Yuko und wird Siebte.
„Das Wochenende war für das Perspektivteam sehr gut. Zweimal Gold gibts ja nicht so sehr oft. Es war eine sehr, sehr guter Job von den Frauen“, zieht Claudiu Pusa eine positive Bilanz. Dabei lobt er aber auch sein Team mit Co-Trainer Patrick Kuptz, der einen sehr guten Kontakt zu Frauen aufgebaut hat und vertrauensvoll mit ihnen arbeitet, aber auch Lea Wieneke, die sehr kompetent mit den Sportlern arbeitet und eine sehr positive Stimmung ins Team bringt.
Bei den Männern fällt vor allem Paul Friedrichs (UJKC Potsdam – BB) auf, der zumindest einen Kampf gewinnt. Guillaume Gaulin aus Kanada besiegt er nach eineinhalb Minuten mit Ippon. Allerdings muss er sich im zweiten Kampf dem vierfachen Kontinentalmeister, der bisher elf Medaillen auf der IJF-Tour gewonnen hat, Guilherme Schimidt aus Brasilien, nach zweieinhalb Minuten mit Ippon geschlagen geben.
Johannes Frey (JC 71 Düsseldorf – NW) verliert gegen Giovanni Ferreira aus Brasilien mit einer Yuko-Wertung, die er nicht wieder aufholen konnte. Beide Männer scheiden damit aus.
Das deutsche Team kehrt mit fünf Platzierungen aus Lima zurück. Mit zwei Gold-, einer Bronzemedaille und zwei siebten Plätzen waren vor allem die Frauen sehr erfolgreich. Das vorangegangene Trainingscamp in Brasilien war eine sehr gute Maßnahme zur Vorbereitung des Grand Prix.
Wettkampfergebnisse: