Spannende Wettbewerbe bei den Deutschen Kata-Meisterschaften

(c) Boris Teofanovic

Im brandenburgischen Hoppegarten bei Berlin fanden die diesjährigen Deutschen Kata-Meisterschaften unter der Leitung von DJB Kata-Referent Dr. Stefan Bernreuther statt. Der SC Dynamo Hoppegarten sorgte mit dem Team um Volkmar Seidel für optimale Rahmenbedingungen und so wohnten der ehemalige Bundestrainer Detlef Ultsch und BJV-Ehrenpräsident Hubert Sturm den Meisterschaften als Gäste bei.

21.06.2017 von [Sebastian Frey]

Am Samstag wurden die Deutschen Meister in der Nage no kata, Kime no kata, Kodokan Goshin Jutsu und im Wettbewerb der Nage no kata für die U18 ermittelt.

In der Nage no kata setzten sich die beiden Braunschweiger Alexander Schleicher und Tim Smeikal durch und feierten ihren ersten Titelgewinn. Mit deutlichem Abstand verwiesen die WM-Sechsten mit einer präzise vorgetragenen Kata das Team Yusuf Arslan mit Neu-Uke Sebastian Bergmann (Oberhausen/Düsseldorf) auf Platz zwei, gefolgt von Christina Ruschitzka und Aurelia Louvel vom Brander TV auf Platz drei.

Dass auch amtierende Europameister Nerven zeigen können, bewiesen Jörn Stermann-Sinsilewski und Volker Degenhart in der Kime no kata. Nach einer Unsicherheit, die einen deutlichen Punktabzug nach sich zog, hieß es abwarten, denn es wurde noch einmal spannend. Mit Sarina und Jochen Müller vom TV 1887 Groß Umstadt, starteten die Dritten des EJU-Kata-Turniers von Brüssel unmittelbar nach ihnen und zeigten was Kime bedeutet. Beide demonstrierten einen nach dem anderen Angriff mit dem Willen der Entschlossenheit und finalen Entscheidung (Kime). Letztlich setzten sich, wenn auch äußerst knapp, die frischgebackenen Europameister mit 512 zu 505 Punkten durch, gefolgt von den beiden Mannheimern Frank Gilbert und Nico d´Heureuse auf Platz drei.

Auch die Titelvergabe in der Kodokan Goshin Jutsu versprach ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu werden. Die beiden international startenden Teams Hofmann/Koliander sowie Machulik/Nietner gehören zur europäischen Spitze. International konnten Astrid Machulik und Marcus Nietner dieses Jahr die Speyerer bei der EM und in Brüssel auf die Folgeplätze verweisen. In einem spannenden Finale sicherten sich Thomas Hofmann und Daniel Koliander mit hauchdünnem Vorsprung den Titel vor den Berlinern. Platz drei ging mit einer sehenswerten Kata an das erstmals bei einer Deutschen Meisterschaft startende Paar Andreas Freimuth und Eike Schmidt vom TG Winkel/BSC Taunusstein aus Hessen.
 
Im Wettbewerb der Nage no kata U18 zeigte sich die Wettkampferfahrung der Vorjahressiegerinnen Annika Bernard und Kathrin Paulus aus Hünfelden. Sie sicherten sich souverän den Titel vor Luca Wittkuhn und Greta Lechmann von der DJK Essen, die sich im Vergleich zur Vorrunde noch einmal deutlich in den Gruppen der Ma- und Yoko sutemi waza steigern konnten und die Vorrundenzweiten Tia den Ritter und Tobias Klappert aus Werl auf den dritten Platz verwiesen.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Ju no kata, Katame no kata und Koshiki no kata.

Die amtierenden Weltmeister der Ju no kata, Wolfgang Dax-Romswinkel und Ulla Loosen, wurden ihrer Favoritenrolle wiederum gerecht und gewannen erwartungsgemäß Gold. Silber ging an die bayerischen Meister Wolfgang Fanderl und Heike Betz, die ihre Leistungen der internationalen Turniere bestätigten. Erstmals auf das Treppchen mit Bronze schafften es Ulrich und Elke Bröckel vom Dürkheimer JV mit einer im Ausdruck sehr harmonisch dargebotenen Kata.

In der mit 18 Paarungen am stärksten besetzten Katame no kata konnten sich die Deutschen Meisterinnen von 2016 Godula Thiemann und Jennifer Goldschmidt (Wermelskirchen/Bushido Köln) in einem packenden Finale im direkten Vergleich gegen Christopher Scharf und Sandra Büchler (Westerland/Flensburg) behaupten und ihren Vorjahrestitel verteidigen. Auf Platz drei folgten Hanna Hufschmidt mit Uke Sebastian Bergmann, die mit je nur einem Punkt Vorsprung auf die Plätze vier und fünf das Podest komplettierten.

Deutsche Meister in der Koshiki no kata wurden Ulla Loosen und Wolfgang Dax-Romswinkel vor dem Team Thomas Hofmann/Michael Hoffmann aus der Pfalz. Platz drei ging an Peter Wibberg und Sebastian Niehaus vom JSV Lippstadt.

Sichtlich erfreut zeigt sich DJB Kata-Referent Dr. Stefan Bernreuther nach den beiden Wettkampftagen, zeigen doch die knappen Ergebnisse in den Finals und Vorrunden, dass das Leistungsniveau stetig steigt und sich Kata-Neueinsteiger positiv in Szene setzen sowie bei den etablierten Teams einen bleibenden Eindruck hinterlassen konnten. Ebenso positiv bewertet er, dass nun mit Teams aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen alle Landesverbände aktiv an Kata-Wettbewerben teilnehmen.

Die DJB Kata-Kommission nutzte die Deutsche Meisterschaft zugleich als letzte Sichtungsmaßnahme für den Anfang Oktober in Olbia auf Sardinien stattfindenden IJF Kata Grand Slam, der als Qualifikation für die im neuen Modus ausgetragene Kata-WM dient.

Zum Abschluss der Meisterschaften lud Stefan Bernreuther alle Teams zu den am 28. Oktober 2017 in Maintal stattfindenden German Kata Open ein, um sich mit der nationalen und internationalen Konkurrenz messen zu können.