Erfolgreiche Kata-Meisterschaften

Klaus Martin
Kodokan Goshin jutsu - Jennifer Goldschmidt/Sebastian Bergmann

Mit erwarteten Siegen aber auch einigen Überraschungen gingen die Deutschen Kata-Meisterschaften in Hamburg zu Ende.

29.05.2022 von [Birgit Arendt]

Die Hamburger hatten eine top-organisierte Meisterschaft hingelegt. „Es war eine coole Meisterschaft und es ist schön, wieder auf der Matte zu sein“, freut sich DJB-Kata-Referent Sebastian Frey. DJB-Präsident Thomas Schynol eröffnete am Samstag die Meisterschaften. DJB-Vorstandsmitglied Andreas Kleegräfe war am Wochenende ebenso vor Ort wie Trudie Michielsen von der EJU-Kata-Kommission. Es war eine große Wertschätzung für die Kata-Sportler und gab den Meisterschaften auch in dieser Hinsicht einen würdigen Rahmen.

Die Meisterschaften wurden in insgesamt neun Konkurrenzen durchgeführt. Neben den verschiedenen Kata gab es die Nage no kata für die U18. Für die ID-Sportler gab es die Wettkämpfe sowohl in der Nage- als auch in der Katame no kata.

In der Nage no kata demonstrierten die langjährigen Deutschen Meister Yusuf Arslan und Sergio Sessini (NW) in der Vorrunde ihren Anspruch auf den diesjährigen Meistertitel und zogen vor den Europameistern Immo und Hendrik Schmidt (HE) sowie Michael und Mathias Zapf (BB) in das Finale ein.

In der Hauptrunde wurden die Karten neu gemischt. Hier setzten sich dann die Europameister souverän durch und gewannen vor Arslan/Sessini, was schon einer kleinen Sensation glich. „Es sind alles nur kleine Nuancen, die über die Platzierung entscheiden. Die Schmidts sind technisch sehr gut und sehr präzise, Arslan/Sessini sind im Ausdruck sehr stark“, sagt Sebastian Frey. Gemeinsam mit dem drittplatzierten Paar Michael und Mathias Zapf trennen die drei Paare nicht einmal zehn Punkte.

Die Koshiki no kata gewannen Ulla Loosen/Wolfgang Dax-Romswinkel. Hier gingen alle drei Medaillen nach Nordrhein-Westfalen, wo traditionell die Koshiki no kata sehr intensiv trainiert wird.

In der Kime no kata ging der Deutsche Meister-Titel an den Gastgeber Hamburg. Sönke Schillig und Johannes Kröger verteidigten ihren Vorjahrestitel erstmals.

In der Nage no kata der U18 starteten acht Paare. „Die Jugend war sehr stark vom technischen Niveau her“, schätzt Sebastian Frey ein. Das Besondere war hier, dass drei Jugend-Teams aus Mecklenburg-Vorpommern starteten und alle kamen bis ins Finale der besten vier Mannschaften. Letztendlich belegten sie die Plätze 2, 3 und 4. „Wenn man mit der Jugend was macht, dann zahlt es sich auch aus“, sagt Frey. „Der Wettkampf machte ihnen Spaß und brachte viel für die technische Umsetzung.“ Die Goldmedaille haben Elisa Plattfaul und Jamie de Ridder (NW) gewonnen.

Besondere Wettkämpfe boten die ID-Sportler. Hier bestehen die Teams aus einem ID-Sportler als Tori und einem Nicht-ID-Wettkämpfer als Uke. „Das technische Niveau war bei den beiden Kata sehr hoch. Es war einfach nur toll, den Athleten zuzusehen“, sagt Frey. „Sie hatten viel Spaß und Freude am Wettkampf und haben sich alle miteinander und füreinander gefreut.“ Das bestätigte auch auch Cornelia Claaßen, die als Behindertensportreferentin des DJB die Athleten betreute.

Die Nage no Kata ID haben Andreas Gramsch/Dr. Nina Völkel (NW) gewonnen.

In der Katame no kata ID waren die Leistungen sehr eng aneinander. Julia Wardemann/Elke Klagus (NW) gewannen die Goldmedaille.

Am Sonntag gab es die Wettkämpfe in der Ju no kata, Kodokan Goshin jutsu und Katame no kata.

Erwartungsgemäß setzten sich in der Ju no kata die frischgebackenen Europameister Wolfgang Dax-Romswinkel/Ulla Loosen (NW) durch. Hanna Elbnik/Gunhild Thomsen (SH) lieferten sich mit Ulrich und Elke Bröckel (PF) einen engen Kampf um Silber, den die Schleswig-Holsteiner gewonnen haben.

In der Kodokan Goshin jutsu gab es eine Überraschung. Die langjährigen Deutschen Meister Thomas Hofmann/Daniel Koliander wurden durch Jennifer Goldschmidt/Sebastian Bergmann (NW) abgelöst. Auch das Paar Andreas Freimuth/Elke Schmidt (HE) schob sich noch auf den Silberrang, sodass Hofmann/Koliander Dritte wurden. Auch hier gab es einen engen Kampf mit nur kleinen Unterschieden, die vor allem in der Ausdrucksstärke lagen.

In der Katame no kata gab es ein Wimpernschlag-Finale, in dem letztendlich Miriam Sikora und Christian Steinert (NW) ihrer Favoritenrolle gerecht geworden sind und die Konkurrenz gewonnen haben. Udo Tietz/Leonardo Tetzeli von Rosador aus Berlin wurden Zweite, Godula Thiemann/Sabrina Fischer (NW) belegten Platz 3. Die Paare im Finale hatten nur sehr geringe Abstände. Zwischen Platz 3 und 6 gab es lediglich drei Punkte Unterschied. „Hier gab es kaum technische Unterschiede, da entschied fast nur der Ausdruck in der Demonstration“, wertet Sebastian Frey.

Bei den Deutschen Kata-Meisterschaften ist besonders aufgefallen, dass es eine unglaubliche Kameradschaftlichkeit, Hilfsbereitschaft und Unterstützung der Paare untereinander gibt. Die Teilnehmer sind zwar Konkurrenten, helfen sich jedoch sehr in der Umsetzung der jeweiligen Kata, geben Tipps und wachsen miteinander. „Man will die perfekte Technik demonstrieren und dafür unterstützen sich die Sportler sehr. Die Athleten lernen miteinander voneinander und leben so die Judowerte“, freut sich Sebastian Frey über den Teamgeist.

Hier die kompletten Ergebnisse der DKM 2022