Der Jugendpokal aus Vereinssicht

Was denken die Teilnehmer über dieses neue Turnierkonzept, welches in diesem Jahr seine zweite Auflage erfährt? Die Judo-Tiger aus dem niedersächsischen Visbek erläutern ihre Gedanken zum Format.

16.06.2016 von [Fabian May]

Tobias Kostka ist der Coach hinter der Mannschaft. Schon seit der ersten Ausrichtung des Turniers ist er dabei, und hat jedes Mal reges Feedback zur Veranstaltung gegeben. „Wenn es kämpferisch nicht zu 100% klappt, macht das nichts“, meint der 37-jährige Niedersachse, denn „es gibt ja das Rahmenprogramm – und wenn wir das durch haben, setzen wir organisatorisch noch einen drauf“.

2015 gewann die Visbeker Mannschaft in einer Kampfgemeinschaft mit dem JC Emden die Teamwettbewerb neben dem eigentlichen Wettkampf. Seitdem hängt der Hauptpreis, ein unterschriebenes Banner der Nationalmannschaft im Dojo. Es ist der eigene Anspruch, jeden Wettkampftag auch mit eigenen Events zu füllen. So wird für den Freitagabend nach der Waage ein Spieleabend geplant, nach der Hauptrunde ging es dieses Jahr Schwimmen und Schlemmen. Das Zugucken und Mitfiebern am Finalsonntag darf natürlich nicht fehlen. Und wenn man schon dabei ist, gemeinsames Sightseeing in Frankfurt und Wiesbaden geht immer. „So wird aus dem Judoturnier ein absolut super Event für die Jugendlichen“, resümiert Kostka.

Tobias Kosta mit einem Teil der Mannschaft am DJB-Jugendstand

In diesem Jahr gingen die Niedersachsen mit zwei Mannschaften bei den Mädchen an den Start, einmal in einer Kampfgemeinschaft mit dem SV Wietmarschen und einmal in Kooperation mit dem Partnerverein aus Hollage. Sportlich hätte es besser ausgehen können, so hatte man die späteren Platzierten aus Wiesbaden, Großhadern und Potsdam/Spremberg zugelost bekommen und musste sich mit dem fünften bzw. vierten Platz im Pool zufrieden geben. Dennoch: am wichtigsten ist die Stimmung in der Mannschaft, „das ist allen Kämpfern von vornherein klar“. Die Mannschaft will so lang wie möglich ins Geschehen eingreifen und freut sich über jeden einzelnen Erfolg.

Die Judo-Tiger wollen auch ausdrücklich nicht allein stehen. Durch die Kampfgemeinschaften haben sich enge Freundschaften zu der BW Hollage und dem SV Wietmarschen gebildet, die nun auch zu gemeinsamen Aktionen, wie einem Zeltlager, führen werden. Die Judoka und Trainer sind zusammengewachsen. Durch die Zusammenarbeit bewältigt man gemeinsam mehr als allein; auch abseits des Jugendpokals.

Auf die Frage, wie all das organisatorisch zu bewältigen sei, antwortet Kostka: „Nun, der Aufwand ist auf jeden Fall da. Ich nehme mir extra für die Veranstaltung frei und plane natürlich vorher“. Auch für das Finanzielle will gesorgt werden. Die Teilnehmer tragen einen Teil der Kosten selbst, aber die Organisatoren holen sich auch Hilfe von außen. Er erklärt : „Zum Einen haben wir als Abteilung Einnahmequellen durch den jährlichen Tiger-Cup, aber wir haben die Fahrzeuge schon einmal gestellt bekommen, der Gesamtverein schießt etwas dazu und in diesem Jahr hat der NJV sogar das Startgeld übernommen. Wir schätzen den Jugendpokal sehr hoch ein und sind bereit viel zu geben, um das möglich zu machen“. Auch die Athleten tragen ihren Teil gern dazu bei.

Die Tiger freuen sich auf jeden weiteren Jugendpokal. Jede Ausrichtung hat ihren eigenen Charme. Es gibt immer Raum zur Verbesserung, und die Organisatoren freuen sich über jeden Hinweis. So habe sich der Ablauf des Wettkampfes verbessert, da das starre Round-by-Round System zugunsten von mehr und schneller aufeinanderfolgenden Poolkämpfen reduziert wurde. „Wir freuen uns über die Idee mit den T-Shirts, aber am liebsten hätten wir sie noch flexibler und noch individueller nach unseren Wünschen“.

Das wichtigste Feedback der engagierten Nordlichter aber ist eines, was vor allem die Vereine und Landesverbände betrifft: „Es muss mehr Werbung gemacht werden. Wenn niemand zum Landesentscheid geht, wird auch der Bundesentscheid leerer. Da ist einfach noch so viel Potenzial drin. Vor allem die kleinen Vereine profitieren doch vom Jugendpokal. Die müssen überzeugt werden mitzumachen!“

 

Übrigens können alle Ergebnisse, Berichte und Fotos hier eingesehen werden.