Eduard Trippel gewinnt nach starkem Auftritt Masters-Bronze

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Am letzten Wettkampftag des Doha Judo World Masters hat Eduard Trippel vom JC Rüsselsheim in der Klasse bis 90 kg mit dem Gewinn der Bronzemedaille seinen bisher größten internationalen Erfolg eingefahren. Nach einer starken Tagesleistung gewann er die Medaille im "kleinen Finale" kampflos, da sein Kontrahent, Europameister Mikhail Igolnikov aus Russland, verletzungsbedingt nicht antrat.

13.01.2021 von [Erik Gruhn]

„Ich freue mich sehr über den dritten Platz. Ich fühlte mich gut heute, konnte eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber der EM in Prag nachweisen und bin auf dem richtigen Weg in Richtung Olympia“, resümierte Trippel nach seinem Medaillenerfolg.

Luise Malzahn vom SV Halle unterlag im Viertelfinale der 78-kg-Klasse gegen Welt- und Europameisterin Madeleine Malonga aus Frankreich und musste sich am Ende mit einem siebten Platz zufrieden geben. Anna Maria Wagner vom KJC Ravensburg (bis 78 kg) und Jasmin Grabowski vom 1. JC Zweibrücken (über 78 kg) schieden im Achtelfinale aus dem Wettbewerb aus. Johannes Frey vom JC 71 Düsseldorf und Sven Heinle vom SV Fellbach (beide über 100 kg) unterlagen in einem Weltklassefeld in Runde eins ihren Kontrahenten.

Am Vortag holten bereits Giovanna Scoccimarro vom MTV Vorsfelde (bis 70 kg) und Igor Wandtke vom Judo Team Hannover (bis 73 kg) Bronzemedaillen für den Deutschen Judo-Bund (DJB).

Die Kämpfe der DJB-Judokas

Eduard Trippel startete in der ersten Runde mit einem schnellen Sieg nach 66 Sekunden durch Haltetechnik gegen Jesper Smink aus den Niederlanden in den Wettbewerb. Es folgte eine starke Leistung im Achtelfinale gegen den Weltranglistenzweiten Ivan Felipe Silva Morales aus Kuba. Schon nach 65 Sekunden ging der Rüsselsheimer durch eine Fußtechnik mit Wazaari-Wertung in Führung. Nach knapp zwei Minuten beendete er mit einer weiteren Wazaari-Wertung für Soto-maki-komi die Begegnung. Der Viertelfinalkampf gegen den EM-Dritten Beka Gviniashvili aus Georgien entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch. Zunächst glänzte Trippel mit starken Angriffsaktionen, die mit der Wazaari-Führung durch Kata-guruma belohnt wurden. Anschließlich gelang dem Georgier jedoch ein Ausheber, der die Begegnung vorzeitig beendete. In der Trostrunde zwang der DJB-Athlet seinen Kontrahenten Davlat Bobonov aus Usbekistan, 2020 Sieger beim Grand Slam in Düsseldorf, nach 89 Sekunden durch eine Würgetechnik zur Aufgabe. Im Kampf um Platz drei trat Europameister Mikhail Igolnikov aus Russland verletzungsbedingt nicht an, so dass Eduard Trippel sich über die verdiente Bronzemedaille freuen konnte.

Luise Malzahn besiegte in ihrem ersten Kampf in der zweiten Runde Beata Pacut aus Polen nach 75 Sekunden durch Uchi-mata. Im Viertelfinale kam es zu einer Neuauflage des Finalkampfes der Europameisterschaften vom November in Prag gegen Madeleine Malonga. Die französische Welt- und Europameisterin setzte sich auch dieses Mal gegen die DJB-Kämpferin vorzeitig mit O-soto-gari und anschließendem Haltegriff durch. In der Trostrunde ging die 30-jährige Athletin vom SV Halle offensiv in den Kampf gegen Marhinde Verkerk. Die Niederländerin konterte einen Ansatz von Malzahn. Den Wazaari-Rückstand konnte sie nicht mehr aufholen und musste sich mit einem siebten Platz zufrieden geben.

Anna Maria Wagner traf in Runde zwei auf Marhinde Verkerk aus den Niederlanden. Die 24-jährige Ravensburgerin dominierte den Kampf, konnte aber keine Wertung erzielten. Kurz vor Ende des Kampfes drehte die Niederländerin auf und erzielte eine Wazaari-Wertung für Seoi-otoshi. Damit schied Anna Maria Wagner sehr unglücklich aus dem Wettbewerb aus.

Jasmin Grabowski musste in ihrem Auftaktkampf gegen Sandra Jablonskyte aus Litauen schon nach wenigen Sekunden einen Rückstand hinnehmen. Im weiteren Kampfverlauf gelang ihr der Ausgleich und sie beendete die Begegnung mit einem Haltegriff. Im Achtelfinale unterlag die 29-jährige Pfälzerin im Haltegriff der Vize-Europameisterin Iryna Kindzerska aus Aserbaidschan.

Johannes Frey lieferte in der ersten Runde gegen Europameister Tamerlan Bashaev aus Russland einen ausgeglichenen Kampf. Nach vier Minuten ging es in die Verlängerung. Hier konnte der Russe nach elf Sekunden die entscheidende Wertung für sich erzielen.

Sven Heinle unterlag in Runde eins schon in der ersten Kampfminute gegen Aliaksandr Vakhaviak aus Weißrussland durch Würgetechnik.

Im Medaillenspiegel belegt Frankreich mit fünf Goldmedaillen, einer Silber- und einer Bronzemedaille den ersten Platz vor Südkorea (3/0/0), Japan (2/5/0), Georgien (2/1/2) und den Niederlanden (1/1/5).

Nächste Station der IJF Judo World Tour auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Tokio ist der Judo Grand Slam in Tel Aviv (Israel) vom 18. bis 20. Februar 2021.


Die Ergebnisse vom dritten Wettkampftag:

Männer


-90 kg:
1. Noel Van T End, NED
2. Beka Gviniashvili, GEO
3. Lasha Bekauri, GEO
3. Eduard Trippel, GER
5. Mikhail Igolnikov, RUS
5. Mihael Zgank, TUR
7. Davlat Bobonov, UZB
7. Altanbagana Gantulga, MGL

-100 kg:
1. Varlam Liparteliani, GEO
2. Zelym Kotsoiev, AZE
3. Arman Adamian, RUS
3. Peter Paltchik, ISR
5. Simeon Catharina, NED
5. Jorge Fonseca, POR
7. Shady Elnahas, CAN
7. Mukhammadkarim Khurramov, UZB

+100 kg:
1. Teddy Riner, FRA
2. Inal Tasoev, RUS
3. Henk Grol, NED
3. Yakiv Khammo, UKR
5. Tamerlan Bashaev, RUS
5. Temur Rakhimov, TJK
7. Minjong Kim, KOR
7. David Moura, BRA

Frauen

-78 kg:
1. Madeleine Malonga, FRA
2. Shori Hamada, JPN
3. Loriana Kuka, KOS
3. Guusje Steenhuis, NED
5. Natalie Powell, GBR
5. Marhinde Verkerk, NED
7. Kaliema Antomarchi, CUB
7. Luise Malzahn, GER

+78 kg:
1. Romane Dicko, FRA
2. Iryna Kindzerska, AZE
3. Nihel Cheikh Rouhou, TUN
3. Kayra Sayit, TUR
5. Hayun Kim, KOR
5. Hortence Vanessa Mballa Atangana, CMR
7. Beatriz Souza, BRA
7. Julia Tolofua, FRA

Einige Impressionen der Doha Masters könnt ihr hier abrufen.

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