EM-Auftakt: Katharina Menz und Theresa Stoll holen Bronze

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Fotos: EJU/Gabi Juan

Zwei Bronzemedaillen gab es für die Judokas des Deutschen Judo-Bundes (DJB) zum Auftakt der Europameisterschaften in Prag. Zunächst erkämpfte Katharina Menz von der TSG Backnang Platz drei in der Klasse bis 48 kg, dann folgte Theresa Stoll vom TSV Großhadern in der Klasse bis 57 kg.

19.11.2020 von [Erik Gruhn]

Katharina Menz zeigte sich im "kleinen Finale" gegen Laura Martinez Abelenda aus Spanien gut eingestellt. Die 30-jährige sechsfache Deutsche Meisterin hatte die größeren Kampfanteile und erzielte in der letzten Kampfminute mit Uchi-mata die entscheidende Wazaari-Wertung. Nach einem guten Jahresauftakt mit Platz fünf beim Grand Slam in Düsseldorf sorgte sie mit dem Gewinn ihrer ersten EM-Medaille auch für einen gelungenen Abschluss. Theresa Stoll ließ in ihrem Bronzekampf gegen Junioren-Europameisterin Marica Perisic aus Serbien nichts anbrennen, ging bereits nach wenigen Sekunden in Führung und brachte diese Führung souverän über die Zeit. Zwei Tage vor ihrem 25. Geburtstag machte sie sich mit dem Gewinn ihrer dritten EM-Medaille nach Silber 2017 und 2018 selbst das größte Geschenk. Sebastian Seidl vom TSV Abensberg kam in der Klasse bis 66 kg auf einen siebten Platz.

Die Wettkämpfe in Prag finden unter strengen Verhaltens- und Hygieneregeln statt. Zuschauer sind zu den kontinentalen Titelkämpfen in der O2-Arena nicht zugelassen.

Katharina Menz musste in ihrem Auftaktkampf gegen Leyla Aliyeva aus Aserbaidschan nach vier Minuten in die Golden-Score-Verlängerung. Hier gelang ihr nach fast sieben Minuten Kampfzeit die entscheidende Ippon-Wertung durch Seoi-nage. Im Viertelfinale unterlag die Württembergerin mit Ko-soto-gake gegen die WM-Fünfte Melanie Clement aus Frankreich. In der Trostrunde gegen Mireia Lapuerta Comas aus Spanien ging es erneut in die Verlängerung. Nach weiteren 85 Sekunden legte Menz ihre Gegnerin mit O-uchi-gari auf den Rücken und stand damit im "kleinen Finale".

Theresa Stoll dominierte ihre Auftaktbegegnung gegen Jovana Rogic aus Serbien und zog nach drei Shido-Bestrafungen für ihre Kontrahentin in das Viertelfinale ein. Gegen Ivelina Ilieva aus Bulgarien unterlag die Münchenerin nach rund zwei Minuten durch Ippon für O-goshi. In der Trostrunde besiegte Stoll Titelverteidigerin Daria Mezhetskaia aus Russland mit Sankaku-jime.

Sebastian Seidl brachte in der ersten Runde den Bulgaren Bozhidar Temelkov nach 2:20 Minuten in einen Haltegriff, in dem dieser aufgab. Einen weiteren starken Auftritt hatte der 30-jährige Abensberger gegen Abdula Abdulzhalilov aus Russland, Sieger beim Grand Slam in Budapest Ende Oktober. Schon in der ersten Kampfminute nahm Seidl seinen Kontrahenten wiederum in einen Haltegriff und erreichte damit die Runde der letzten Acht. Gegen Orkhan Safarov aus Aserbaidschan, Vize-Weltmeister von 2017 und in Budapest Dritter, lieferte er einen ausgeglichenen Kampf. Zwei Sekunden vor Ende der Kampfzeit erzielte Safarov eine Wazaari-Wertung durch Ko-soto-gake. Die Trostrundenbegegnung gegen den WM-Dritten Denis Vieru aus Moldawien verlangte den Kämpfern alles ab. Beide lieferten sich einen offenen Schlagabtausch ... mit dem besseren Ende für Vieru, der nach mehr als zehn Minuten Kampfzeit einen Ansatz von Seidl konterte und eine Wazaari-Wertung erhielt. Für Sebastian Seidl blieb ein siebter Platz.

Moritz Plafky vom JC Hennef schied in der Klasse bis 60 kg vorzeitig aus. Nach einer Wazaari-Führung durch Uchi-mata musste sich der 24-jährige EM-Fünfte von 2019 gegen Artem Lesiuk aus der Ukraine kurz vor Kampfende ebenfalls mit Uchi-mata doch noch geschlagen geben.

Nathalie Rouviere vom TSV Großhadern fand in der Klasse bis 52 kg gegen Aleksandra Kaleta aus Polen kein Mittel und musste sich gegen ihre griffstarke Kontrahentin bereits nach 1:39 Minuten durch Yoko-sumi-gaeshi geschlagen geben.


Sechs DJB-Athleten gehen am Freitag in Prag an den Start. Die Gegner der ersten Kämpfe:

-63 kg: Martyna Trajdos (1. JC Zweibrücken) gegen Edwige Gwend (Italien)
-70 kg: Giovanna Scoccimarro (MTV Vorsfelde) gegen die Siegerin der Begegnung Alina Lengweiler (Schweiz)/Madina Taimazova (Russland)
-70 kg: Miriam Butkereit (TSV Glinde) gegen Aleksandra Samardzic (Bosnien-Herzegowina)/Alena Prokopenko (Russland)

-73 kg: Igor Wandtke (Judo-Team Hannover) gegen Frigyes Szabo (Ungarn)
-73 kg: Anthony Zingg (TSV Bayer 04 Leverkusen) gegen Hevorh Khachatrian (Ukraine)
-81 kg: Tim Gramkow (TKJ Sarstedt) gegen Antonio Esposito (Italien)

Kampfbeginn ist um 10:00 Uhr, der Finalblock startet um 16:00 Uhr.

 


Die Ergebnisse vom ersten Wettkampftag:


Frauen

-48 kg:
1. Shirine Boukli, FRA
2. Andrea Stojadinov, SRB
3. Distria Krasniqi, KOS
3. Katharina Menz, GER
5. Melanie Clement, FRA
5. Laura Martinez Abelenda, ESP
7. Irina Dolgova, RUS
7. Mireia Lapuerta Comas, ESP

-52 kg:
1. Odette Giuffrida, ITA
2. Andreea Chitu, ROU
3. Estrella Lopez Sheriff, ESP
3. Charline Van Snick, BEL
5. Natalia Kuziutina, RUS
5. Ana Perez Box, ESP
7. Astride Gneto, FRA
7. Fabienne Kocher, SUI

-57 kg:
1. Hedvig Karakas, HUN
2. Telma Monteiro, POR
3. Sarah Leonie Cysique, FRA
3. Theresa Stoll, GER
5. Ivelina Ilieva, BUL
5. Marica Perisic, SRB
7. Julia Kowalczyk, POL
7. Daria Mezhetskaia, RUS


Männer

-60 kg:
1. Robert Mshvidobadze, RUS
2. Yago Abuladze, RUS
3. Francisco Garrigos, ESP
3. Jorre Verstraeten, BEL
5. Yanislav Gerchev, BUL
5. Artem Lesiuk, UKR
7. Savva Karakizidi, GRE
7. Angelo Pantano, ITA

-66 kg:
1. Orkhan Safarov, AZE
2. Tal Flicker, ISR
3. Kilian Le Blouch, FRA
3. Denis Vieru, MDA
5. Strahinja Buncic, SRB
5. Vazha Margvelashvili, GEO
7. Daniel Perez Roman, ESP
7. Sebastian Seidl, GER

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